TINA BARA MICHEL COMTE AMIN EL DIB ELLIOTT ERWITT RAINER FETTING ABE FRAJNDLICH CLEMENS GRÖSZER SARAH HAFFNER JAMES HIGGINSON JULIANE JÜTTNER VOLKER MÄRZ MARLEEN BORIS MIKHAILOV MANFRED PAUL MICHAEL RAMSAUER BENYAMIN REICH GUNDULA SCHULZE ELDOWY JACQUES H. SEHY MICHAEL SHAMIR ANNEGRET SOLTAU BERT STERN STEPHAN VELTEN CHRISTA FRIEDA VOGEL ALBERT WATSON TRAK WENDISCH
DAUER | EXHIBITIONTIME: 06. JULI – 21. AUGUST 2010 ÖFFNUNGSZEITEN | OPENING HOURS: DI – FR 12.00 – 18.00, SA 11.00 –18.00 UHR
MALEREI, ZEICHNUNG, GRAFIK, INSTALLATION, FOTOGRAFIE, SKUL PTUR , VIDEO
Der Darstellung des Menschen, insbesondere des nackten Menschen, galt seit Beginn des bildnerischen Gestaltens eine besondere Aufmerksamkeit, aus vielerlei Gründen. Befreit von den Fesseln restriktiver Normen zeigt sich der Akt heute in vielfältigen Formen und das in allen Medien. Die Ausstellung Körpernah – Akte/Nudes möchte genau das exemplarisch zeigen. Gerade das Interferieren unterschiedlichster Ansätze, vom körperlichen Begehren bis zur platonischen Distanz, in Kombination mit den differenzierten Ausdrucksmitteln in den verschiedenen Medien geben ein spannungsreiches Bild von dem, wie Nacktheit heute gesehen und gelebt wird.
Dr. Enno Kaufhold – Fotohistoriker
ANNEGRET SOLTAU transgenerativ. MutterVaterTochtersohn | 59 | 2005 Fotovernähung, Ilfochrome, 67 x 92 cm
EROTISCHES ZUR NACHT
Evelin Förster (Gesang), Matthias Binner (Piano) Erotisches zur Nacht oder Ein Fräulein beklagt sich bitter Etwas lüsterne Chansons und Texte von Brecht bis Wedekind Samstag, den 24. Juli | Samstag, den 14. August jeweils um 20.00 Uhr, TAMMEN Galerie Eintritt: 10 Euro Wir bitten aufgrund begrenzter Platzzahl um Kartenreservierung unter: 69 40 12 45 oder
JAMES HIGGINSON interlude 08: zeutnersee | 2006 Silbergelatine-Barytprint auf Aluminium, 146 x 120 cm
Linkes Bild: ABE FRAJNDLICH |Eye, Mirror, Breast | 2010 Chrom Digital Print, 43 x 28 cm
Rechtes Bild: JULIANE JÜTTNER | GOLDMARIE | 2002 Zellan, Glasaugen, Frauenjournale, Höhe ohne Sockel 80 cm
MANFRED PAUL | torso VIII | 2001 Silbergelatineprint, 53,2 x 42,4 cm
DAUER | EXHIBITIONTIME: 22. MAi - 26. Juni 2010 ÖFFNUNGSZEITEN | OPENING HOURS: DI - FR 12.00 - 18.00 Uhr, SA 11.00 - 18.00 UHR
Zur Eröffnung spricht zu den Arbeiten von JÖRG PLICKAT Herr Dr. Jürgen Fitschen, Direktor des Landesmuseums Schloß Gottdorf
JÖRG PLICKAT "Balance", 2009, Bronzeunikat, 230 x 150 x 100 cm
"...Der Skulptur in Stein, Stahl und Bronze widmet sich JÖRG PLICKAT (Jahrgang 1954), der in Hamburg und Bredenbek/Schleswig-Holstein lebt und an der Muthesius Schule in Kiel studierte. Das Geistige in Plickats Skulpturen besteht in der Wirkung der Zusammenhänge zwischen den Elementen, d.h. allein im Schaffen von Beziehungen zwischen Volumen, Material, Position, Licht und Schatten. Kennzeichnend ist seine geometrisch-reduzierte Formensprache, die weltweit verstanden wird, deren Vereinfachung Intimität und Monumentalität vereint - wie auch in der 25 Tonnen schweren Skulptur aus chinesischem Marmor, die nach einem zweijährigen Auswahlverfahren für den Olympiapark in Peking, dem Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 2008, prämiert wurde..." (Barbara Aust-Wegemund)
STEPHAN VELTEN "Weissabgleich", 2010, Öl auf Leinwand, 120 x 160 cm
" Stephan Velten schöpft aus einer Fülle von Wahrnehmungen und Erinnerungen, die sich in seiner zumeist großformatigen Malerei wiederfinden. Wie ein roter Faden durchzieht seine unterschiedlichen Werkphasen die Stellung des Individuums innerhalb der Zivilisation. Velten ist in erster Linie Maler und nicht Moralist. In der formalen Umsetzung verweist der Künstler auf zwei unterschiedliche Welten: die Bilder der Außenwelt in unserem Kopf und die, die wir nur vor unserem geistigen Auge sehen. Dabei verarbeitet er seine täglichen Erfahrungen und bietet überraschende Unterbrechungen in Gestalt absurder Bildverknüpfungen oder Traumsequenzen an. " (Annette Purfürst)
TERESA MAZUELA SEQUEIRA "Eruption", 2009, Mischtechnik auf Leinwand 220 x 340 cm
" Die in Berlin lebende, spanische Künstlerin Teresa Mazuela Sequeira hat sich in ihren Bildern der vergangenen Jahre intensiv auf die Suche nach ursprünglichen Welt-erfahrungen gemacht. In großformatigen Gemälden voll leuchtender Farbigkeit taucht sie in den unendlichen Kosmos und schafft offener Denkräume jenseits der Gravitation. Angesichts ihrer Bilder voll paradiesischer Naturzitate wird der Betrachter auf einen erhöhten Standpunkt gehoben: Menschenleere Landschaften öffnen sich. Darüber Wolkenformationen und gekrümmten Horizonte, aufschäumende Gewässer und himmlische Lichterscheinungen. Die Welt scheint zugleich von nah und fern betrachtet. Elementar wie am dritten Tag der Schöpfung, als gerade erst Himmel, Erde und ein paar Pflanzen erschaffen waren. Mazuela Sequeira verbindet den Mikrokosmos der Vegetation, des Wetters und der Tageszeiten mit den übergeordneten Dimensionen eines aus dem Unendlichen leuchtenden Weltraums, der jenseits aller Zeiten besteht und alle Möglichkeiten in sich trägt. "
(Katja Blomberg)
KATHARINA REINSHAGEN "Am Savignyplatz", 2010, Pastell, 70 x 100 cm
" Katharina Reinshagen bedient sich in ihren großformatigen Pastellen auf unterschiedlichen Malgründen eines neuen Realismus. Ihre Art der Malerei erinnert vielleicht an Maler wie Alexander Kanoldt, Georg Schrimpf oder Carlo Mense im Duktus der Neuen Sachlichkeit, betrachtet man das Formale im Werk, wie auch den Versuch einer veränderten Sinnbestimmung von dinglicher Darstellung. Sicher aber lässt sich der Realismus der „American scene“ eines Edward Hopper oder Charles Sheeler nicht verleugnen. " (Frank-Thomas Gaulin)
Finissage - Lesung NINA PETRI + VOLKER MÄRZ
Unsere außergewöhnliche und stark beachtete Doppelausstellung mit Malerei von SARAH HAFFNER und Skulpturen/Zeichnungen von VOLKER MÄRZ geht zu Ende.Gerne möchten wir Sie zum Abschluß mit einer besonderen Veranstaltung zu einer
FINISSAGE am SONNABEND, den 15. Mai 2010 von 16.00 - 19.00 Uhr einladen.
17.00 Uhr die Schauspielerin NINA PETRI + der Künstler VOLKER MÄRZ lesen aus
"Kafka in Israel" + Neue Texte
Im Anschluss: das Kunstliedsystem BEIDEN MESSIES mit einigen Ständchen
VORANKÜNDIGUNG:
Unsere nächste Eröffnung FREITAG, den 21. Mai 2010 19.00 - 22.00 Uhr JÖRG PLICKAT - Skulptur STEPHAN VELTEN KATHARINA REINSHAGEN TERESA MAZUELA SEQUEIRA - Malerei
Ausstellungsverlängerung Sarah Haffner und Volker März
Berlin startet an diesem Wochenende mit dem GALLERY WEEKEND in die Frühjahrssaison. Viele hochkaratige Galerien- und Museumsausstellungen laden in- und ausländische Besucher in die Stadt. Aufgrund der sehr guten Resonanz haben wir unsere aktuelle Ausstellung mit
SARAH HAFFNER - Malerei und VOLKER MÄRZ - Skulpturen/Zeichnungen bis zum 15. Mai 2010 verlängert.
Während des GALLERY WEEKEND haben wir veränderte Öffnungszeiten: Freitag, 30. April 12.00 - 21.00 Uhr / Samstag 1. Mai 11.00 - 19.00 Uhr / Sonntag 2. Mai 12.00 - 18.00 Uhr
VORANKÜNDIGUNG
Im Rahmen unserer Ausstellungen finden noch zwei beachtliche Veranstaltungen in unserer Galerie statt: Sonnabend, den 8. Mai 2010 19.30 Uhr (Eintritt: 10,00 €)
Eine literarisch-musikalische Zeitreise mit Texten des Malers, Dichters, Provokateurs und Visionärs GEORG GROSZ, vorgestellt von der Schauspielerin und Sängerin ANA FONELL. (Vorbestellungen erbeten)
Sonnabend, den 15. Mai 2010 17.00 Uhr
Im Rahmen unserer FINISSAGE lesen NINA PETRI und VOLKER MÄRZ aus "Kafka in Israel" und neue Texte
VORANKÜNDIGUNG II
Freitag, den 21. Mai 2010, 19.00 - 22.00 Uhr
Eröffnung unserer neuen Ausstellung mit Arbeiten von
SARAH HAFFNER - Malerei / Zeichnungen und der Künstlerin VOLKER MÄRZ - Skulpturen / Zeichnungen
DAUER | EXHIBITIONTIME: 13. März - 24 April 2010 ÖFFNUNGSZEITEN | OPENING HOURS: DI - SA 12.00 - 18.00 UHR
Zur Eröffnung spricht: zu Sarah Haffner - Malerei: Maximilian Preisler
Veranstaltung: 23. März 19.00 Uhr SARAH HAFFNER im Gespräch mit MAGDALENA KEMPER (RBB) anläßlich der Buchveröffentlichung "Blaulicht" - erscheint im ALEXANDER VERLAG, Berlin zum 70. Geburtstag der Malerin.
SARAH HAFFNER "Abendlicht", 2008, Mischtechnik auf Baumwolle, 170 x 120 cm
Zum 70. Geburtstag von SARAH HAFFNER würdigen wir die Künstlerin mit einer Ausstellung ihrer Malerei und Zeichnungen. Zur Ausstellung erscheint ihr neues Buch "Blaulicht" im Alexander-Verlag, das die Malerin / Autorin im Gespräch mit Magdalena Kemper (RBB) noch einmal gesondert vorstellt:
Dienstag, den 23. März 2010 um 19 Uhr in der TAMMEN Galerie und Galerie Gaulin & Partner.
"Die malerische Reduktion auf nahezu abstrakte Form und das immer wieder Besondere der Farbigkeit verhindern naive Identifikation. Was ich vorfinde, ist naturgemäß nicht "meine Stadt", nicht mein Blick auf sie, kann es nicht sein. Auf gute Art bleibt es fremd und frischt meine Fähigkeit zu sehen auf."
Uwe Kolbe
"So gesehen, verbirgt sich hinter fast allem, was Sarah Haffner schreibt, zeichnet oder malt, ein melancholisches Selbstportrait."
Hans Christoph Buch
VOLKER MÄRZ "Kafka reitet nach Ost-Jerusalem, 2010, gebrannter Ton, bemalt, Höhe 30 cm
Der Skulpturenplatz von VOLKER MÄRZ war auf der diesjährigen und gerade zu Ende gegangenen artKarlsruhe Messegespräch und Publikumsmagnet.
Die Einzelausstellung in unseren Galerien wird sicherlich ebenfalls starke Beachtung finden. Verschiedene neue Werkgruppen so unter anderem zu Pina Bausch, "being a window", Joseph Beuys oder "Kafka in Israel" sind erstmals in Berlin zu sehen.
Zu der beachtlichen Buchpublikation "Kafka in Israel" - ein Ausstellungsprojekt, das 2009 in einer musealen Ausstellung in Tel Aviv für Furore sorgte - schreibt Thomas Deecke (ehemaliger Leiter Museum Weserburg, Bremen) "Kafka in Israel ", ist als literarische wie bildnerische Form nicht genau zu bestimmen. Sie passt ebenso wie der offensichtlich vielseitige Autor, der sich fast aller Formen des Künstlerischen bedient, nur zwischen alle Stühle der Kategorisierung. Das ist bekanntlich (?) der einzig richtige Platz für die Künste und ihre Protagonisten. Kafka in Israel ist also von einer Person initiiert, konzipiert, geschrieben, zusammengestellt und - nicht zu vergessen - sehr reich bebildert. Wenn wir dem Impressum folgen, handelt es sich um ein Ausstellungen in Berlin, Zürich, Mannheim, Tel Aviv und Herzliya begleitendens - anschließend erschienenes - Buch, dennoch aber nicht um einen Kunstkatalog. Es ist ein Buch der Künste, eine Erzählung randvoll mit Bildern von Bildern und Skulpturen, Fotos, Zeichnungen und Texten und Gefundenem, Briefen, Reden, Gedichten, Essays, Notizen."
VOLKER MÄRZ "Prof. B. in D. mit seinen Schülern", 2010, Installation, gebrannter Ton, bemalt, Höhe 10 - 25 cm
Die Beiträge von Thomas Deecke und Matthias Reichelt zu Volker März KAFKA IN ISRAEL sind erschienen in "Die Horen" Zeitschrift für Literatur, Kunst und Kritik, Band 237 / Frühjahr 2010.
ART KARLSRUHE 4.-7. März 2010
One Artist-Shows
KERSTIN GRIMM Zeichnungen/Skulpturen VOLKER MÄRZ Skulpturen
Stilles Leben - Berlin Meets Baden:
GIORGIO MORANDI ARTUR STOLL ROLF ZIMMERMANN HARRY KÖGLER KLAUS ARNOLD FELIX DROESE ACHIM SAKIC PETER DREHER MARKUS LÜPERTS FRIEDEMANN HAHN GABI STREILE WERNER SCHMIDT WERNER POKORNY MICHAEL RAMSAUER HERBERT MEHLER HEIKE JESCHONNEK GEORG HORNUNG MORITZ GÖTZE LISA HUBER CLAUDIA FÄHRENKEMPER FLORIAN PELKA TRAK WENDISCH ZWINGER
Volker März
JOSEPH BEUYS: ICH BIN DIE KUNST, DIE WAHRHEIT UND DAS LEBEN | 2010 gebrannter Ton, bemalt, Höhe ca. 30 cm
KAFKA REITET NACH OSTJERUSALEM, 2010
Kerstin Grimm
SERIE KINDERSPIELE 3. KAROS, BLATT 180 x 100
Sie finden uns auf dem Messegelände Karlsruhe Rheinstätten in der Halle 3. Unsere Standnummer ist J31 + J27.
Öffnungszeiten der Messe: 12.00-20.00 Uhr, Sonntag 11.00-19.00 Uhr
JUNGE MIT RABEN | 2009 | Öl auf Leinwand, 140 x 110 cm
BORIS BERBER
KERBEROS | 2008 | Acryl auf Leinwand, 157,5 x 122,5 cm | IL PACO | 2008
ANDREA GOTTI
PORTRAIT WANG QING SONG | 2009 | Öl auf Leinwand, 80 x 100 cm
KARSTEN KUSCH
TRAVEMÜNDE | 2009 | Kohlezeichnungen, 21x15 cm
Gemeinschaftsausstellung
VOLKER MÄRZ
"Survivors by hanging", 2009, gebrannter Ton, bemalt , auf Metallstab
GRITA GÖTZE
Grita Götze | Vase "Rotes Band" | 2009 | Keramik, Höhe 53 cm
SONJA EDLE VON HOEßLE
Sonja Edle von Hoeßle | NYX | 2009 | Öl auf Leinwand, 80 x 110 cm
HILDEGUND PETERS
Hildegund Peters | o.T.(I) | 2008 | Acryl auf Seidenpapier, 70 x 100 cm
ZORA VOLANTES
Zora Volantes | "Ziegenbock" | 2009 | Öl auf Leinwand, 180 x 140 cm
STEPHAN VELTEN
Stephan Velten | "Spiegelboot" | 2009 | Öl/Metallpigment auf Leinwand, 160 x 200 cm
Streile / Schmidt / Bach
Eröffnung Freitag 23.Oktober 2009 19.00-22.00 Uhr
Gabi Streile | Landschaft | (rot/grün II) | 2009 | Öl auf Leinwand, 120 x 150 cm
GABI STREILE geb. 1950 in Karlsruhe
Man wird nicht fehl gehen, den Gegenstand in der Malerei Gabi Streiles als Ruhepol zu betrachten. Er ist die Konstante einer Übung, die weit über die Grenzen des Abbildhaften hinaus führt. Die ständige Wiederholung entkernt den Abstraktionsgrad: Ein runder Sockel, der Topf, aus dem ein nach allen Seiten ausladendes Wachstum sprießt, die Pflanze. Das Schwere, Statische steht unten, ganz im Sinne der Gravitationsgesetze, das Leichte, Diaphane, Mobile darüber, allerdings im Wortsinne erdverbunden.
Im nächsten Schritt verrät die Künstlerin den Hergang der Malerei selbst. Ist diese nicht ein Paradoxon, die geronnene Bestandsaufnahme einer eigentlich fließenden Bewegung? Der Zustand des Gebärens ist ein nasser, der Trocknungsprozess verwahrt die sichtbare Erinnerung an diesen Akt der Bildwerdung. Das ist einer der größten Reize, den die Malerei zu bieten hat. Gabi Streiles Meisterschaft besteht seit vielen Jahren darin, dass sie den Eindruck von Vitalität, jenes parallele Leben und Vergehen der Natur als Metapher der eigenen Existenz nutzt. Ein pralles Leben voller Dynamik, mit aggressiven Momenten ebenso wie mit verhaltenen, selten aber mit stillen. Rainer Braxmaier (2005)
Werner Schmidt | a rainy day | 2006 | Mischtechnik auf Papier, 70 x 100 cm
WERNER SCHMIDT geb. 1953 in Oppenau/Schwarzwald
Werner Schmidt hat einen großen Teil seiner Arbeit – oder vielleicht sollte ich sagen: seines Lebens? – der fiktionalen Welt von James Joyce gewidmet. Der Selbstentwurf, die Selbst-realisation – das ist der beanspruchte Daseinszweck des modernen Künstlers im Sinne des irischen Autors. Für Schmidt nimmt das durchaus konkrete Formen an. Um nur ein Beispiel zu nennen: Der Körper ist nicht im Bild zu sehen, aber seine Bewegung erstellt das Bild, der Körper wird Bild. Das ist eine säkularisierte Epiphanie ganz im Sinne von Joyce. Kein Gott offenbart sich, sondern der Mensch, der künstlerisch tätige Mensch. Ein solcher Selbstentwurf ist der Leitgedanken des modernen Künstlers schlechthin: seine inneren und äußeren Kämpfe, seine Versuche, der Vision einer chaotischen und feindlichen Welt eine sinnvolle Form zu geben. Hansdieter Erbsmehl (2009)
Jörg Bach | Reflektor | 2008 | Edelstahl/poliert, 17 x 43 x 27 cm
JÖRG BACH 1964 geboren in Wolgast
Stahlblech wird mit irritierender Selbstverständlichkeit zweckentfremdet, von seinen Nutzbarkeitsvorstellungen befreit und in seiner eigenästhetischen Wertigkeit zur Geltung gebracht. Jörg Bach durchbricht mit der Formgebung und Oberflächenbehandlung seiner Plastiken die funktionale Strenge, technoide Kühle und artifizielle Leblosigkeit des gewählten Werkstoffs und verleiht dem an sich statischen Material eine spielerische Leichtigkeit und organisch-dynamische Ausdruckskraft. Mit der radikalen Materialbeschränkung hat sich Jörg Bach die Möglichkeit zu einem uneingeschränkt klaren, formalen Ausdrucksreichtum in seinen seriellen Werkreihen geschaffen. Es gelingt ihm dabei, ein zentrales Thema in der Bildhauerei des zwanzigsten Jahrhunderts auf eigenständige Weise anzugehen: die Auseinandersetzung mit dem Raum. Jörg Bachs Kunst spricht von einer Auseinandersetzung mit Positiv- und Negativ-formen, mit dem Verhältnis von Innen und Außen, von Hülle und Kern, von Volumen, Hohl- und Umraum, von Masse und deren Raumdurchdringung. Stefanie Dathe
Zum diesjährigen Reigen des Kunstherbstes laden wir Sie sehr gerne auch in unsere Galerien. Wir zeigen eine Ausstellung mit fünf Künstlern - Malerei und Fotografie - dessen Besuch auf Ihrem Rundgang durch die Kunstmesse, Museen und dem Kunstquartier rund um den Checkpoint-Charlie sich sicherlich lohnen wird.
Erneut präsentiert sich Berlin in den kommenden Wochen als die Kunstmetropole Europas und Sie sollten von dem vielfältigen Angebot reichlich Gebrauch machen.
Dauer der Ausstellung: 19. September - 17. Oktober 2009 Öffnungszeiten: Die - Sa 12.00-18.00 Uhr
„Gar manche Form gerät ihm dithyrambisch, archaisch, an Urgründen des Verstehens rührend. Das erhebt ihn, den Zeitgenossen, über die wandelbaren Zeitläufe..." schrieb DIE WELT anlässlich der Ausstellung zum 50. Geburtstag des Künstlers TRAK WENDISCH „...einem wahrhaft großen Künstler, nicht nur im deutschen Maßstab.
Die neuen Malereien von Trak Wendisch zum Thema „Dickicht" werden sicherlich wieder viele überraschen.
TRAK WENDISCH | DICKICHT | 2009 Mischtechnik auf Leinwand, 110 x 120 cm
Der Fotograf GEORG HORNUNG nennt seine fotografischen Arbeiten „Virtual Installations". Als einer der letzten Fotografen erhielt er 2008 noch die Genehmigung für Aufnahmen in der Ruine vom Berliner „Palast der Republik". Eine größere Serie dieser dann bearbeiteten Fotografien bildet den Schwerpunkt seiner Ausstellung.
Seine aufwendig digital fotografierten Räume sind jedoch kein fotodokumentarisches Endprodukt. Seine Räume liegen außerhalb unserer gewohnten Alltagserfahrung. Sie zeichnen sich aus durch die Kategorien der Vergängnis und des Zerfalls, der zerstörerischen Formwandlung und zufälligen Strukturbildung. Es ist der Wirkungsbereich der Entropie und das Zauberland chaotischer Zersetzungsprozesse, die diesen internen architektonischen Welten ihre absurde Ästhetik verleihen.
Der gestalterische Prozess findet dann aber bei Georg Hornung mit einer enormen Präzision. am Computer statt. Seine so entstehenden Szenarien zeigen rätselhafte Versuchsanordnungen und Fundorte von Fremdartigem. Es gibt Räume in denen Wachstumsversuche und mysteriöse Tests stattfinden, Anpflanzungen fremdartiger Gewächse gedeihen, kristalline Gebilde wuchern und zurückgelassene Kampftechnik floral vereinnahmt wird.
GEORG HORNUNG | Herbst/Autumn Palast der Republik | Berlin 2007–2009 Fine Art Print auf Alu-Dibond 90 x 135 cm | Auflage 1/5
Die Fotografin NELLY RAU-HÄRING widmet sich seit über 30 Jahren vor allem der „Street- and Life" Fotografie in klassischem Schwarz-Weiss. Von 1980 - 1990 besuchte sie regelmäßig mit Tagesvisum „Berlin - Hauptstadt der DDR". Ca. 40 Fotografien aus dieser Zeit zeigt unsere Ausstellung und vermittelt mit leisem Humor den besonderen Blick der Fotografin, die das Alltägliche besonders werden lässt, es zum Sprechen bringt.
NELLY RAU-HÄRING BERLIN – HAUPTSTADT DER DDR (1980–1990) OHNE TITEL | 1989 Silber-Gelatine Handabzug auf Barytpapier 30 cm x 40 cm
Dem historisch aufgeladenen Ort „Palast der Republik" nähert sich auch der junge Fotograf LEO SEIDEL. Nachtaufnahmen zwischen 2004 - 2009 zeigt seine Serie, die mit dem besonderen Trennbildfilm Polaroid 655 entwickelt werden. Dieses Verfahren verleiht den Fotografien eine entrückte Aura und verstärkt die Landschafts-Atmosphäre dieses besonderen Ortes.
LEO SEIDEL Palast der Republik | 2004-2009 Polaroid 665 | Pigment auf Bütten | 39 cm x 50 cm
Der Maler JENSWOHLRAB rundet die Ausstellungen ab. „Jens Wohlrab unterwirft seine Malerei der Macht der Farbe. Sie dominiert das Bildgeschehen, ohne dass der Maler eine Gegenstandsbezogenheit seiner Arbeit grundsätzlich in Zweifel stellen und ebenso wenig allein sie und ihre Anordnung thematisieren würde. Einerseits bedient er sich ihres Energiepotentials, um Motive aus seinem ikonographischen Repertoire - vorzugsweise Landschaftsausschnitte und Szenen aus dem Stadtleben - zu steigern, vor allem aber helfen ihm Vorgaben aus der Realität, Autonomie und Wirkungsmöglichkeit der Farbe zu demonstrieren, ohne Dinge mimetisch reproduzieren zu wollen.(...) Es ist ihr reiches und sinnliches Eigenleben und ihre Erscheinungsfülle, die Stofflichkeit und vibrierende Atmosphäre seiner Gemälde ausmachen." (Dr. Jürgen Schilling)
JENS WOHLRAB | HAVANNA | 2008 Öl auf Leinwand, 200 cm x 250 cm
Schauseiten der Materie - Stillleben in der Fotografie und Malerei
Eröffnung Freitag 31. Juli 19-22 Uhr
Unsere Galerien sind auch im Sommer nicht geschlossen, sondern eröffnen am 31. Juli 2009 eine außergewöhnliche Austellung zum Thema "Stillleben" mit fünfzehn nationalen und internationalen Künstlern in den Genres Fotografie - kuratiert von dem Fotohistoriker Dr. Enno Kaufhold - und Malerei. Lassen Sie sich von der Qualität und Vielfalt überraschen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Zur Eröffnung spricht: Dr. Enno Kaufhold - Fotohistoriker
Dauer der Ausstellung: 1. August - 12. September 2009
Schauseiten der Materie
Stillleben in der Fotografie und Malerei
Unser Leben beschleunigt sich zunehmend, vor allem durch die allgegenwärtige Digitalisierung. Auch die uns umgebenden Bilder, insbesondere die bewegten der elektronischen Medien, sind Teil der sich forcierenden Schnelllebigkeit. Gewissermaßen als Widerpart stehen dem in den künstlerischen Bildmedien in zunehmender Zahl Stillleben gegenüber. Sie zeigen entschleunigte Einzelbilder, die in Ruhe betrachtet werden können. Wie Fotografen, Maler und Grafiker dieses Jahrhunderte alte Sujet in neuen Schauseiten der Materie und mit unterschiedlichen Materialien bildmäßig umsetzen, das ist Thema der Ausstellung.
Dr. Enno Kaufhold, Fotohistoriker
Manfred Paul
Wolfgang Paul, "Weintrauben auf weißem Teller",1994, 36,6 x 29 cm, Silberprint sw
Heike Jeschonnek
Heike Jeschonnek, "Stillleben", 2009, 70 x 50 cm, Parafin, Mischtechnik auf Papier
James Higginson
James Higginson, "mending 9", 2004, Piezo-Print auf Leinwand, 111 x 143 cm, EA
Karsten Kusch
Karsten Kusch, "Strauß im Atelier", 2009, 70 x 100 cm, Öl/Zeichenkohle auf Papier
Ernst Volland
Ernst Volland, "Portugisische Nacht", 1995, 140 x 100 cm, Fotografie C-Print
Nirto Karsten Fischer
Nirto Karsten Fischer, formal threat (modulation series), 2008 Pigment Print 123 x 164 cm
Michal Shamir
Michal Shamir, "Stillife", 2009, 125 x 150 cm, Fotografie C-Print
Marleen
Marleen, "Rosenschnitt, 2009, Lambda-Print auf Alu-Dibond, 100 x 80 cm
Florian Pelka
Florian Pelka "Kadavergenuss", 2009, Öl auf Leinwand, 50 x 70 cm
Grimm - Kerscher - Ramsauer
ERÖFFNUNG OPENING
Freitag 19. Juni 2009 19.00-22.00 Uhr One-Artist-Shows KERSTIN GRIMM Zeichnungen + Skulptur JOSEPH KERSCHER Photografie MICHAEL RAMSAUER Malerei + Zeichnungen + Skulptur
Dauer | Exhibitiontime: 20. Juni - 25. Juli 2009 Öffnungszeiten | Opening Hours: Di - Sa 12.00 - 18.00 Uhr
Zur Eröffnung spricht: Christoph Tannert, Direktor Künstlerhaus Bethanien Zur Einzelausstellung Michael Ramsauer erscheint ein Katalog (Grußwort: Außenminister Frank Walter Steinmeier, Text: Christoph Tannert) Die Künstler sind zur Eröffnung anwesend
KERSTIN GRIMM Zeichnungen + Skulptur
Stunde der Dämonen | Kinderspiele 2008 | Zeichnungscollage | 98 x 180 cm
"Auf den gezeichneten, gemalten und collagierten Bildern von Kerstin Grimm scheinen sich phantastische Wesen ein Stelldichein zu geben. Die Künstlerin spielt mit Bruchstückhaftem, das zugleich in vergangener Zeit wie im Hier und Heute angesiedelt scheint. So entstehen immer wieder neue Facatten einer rätselhaften Welt, die den Träumen vergleichbar vertraut wie befremdlich zugleich wirken, zu beängstigen wie zu verzaubern verstehen, eine Idylle nicht zulassen, und dennoch nicht selten von hintergründigem Humor durchdrungen sind. Doch immer wieder gelingt es Kerstin Grimm mit äußerst sensibler Hand, Adaptionen von alten Geschichten, Märchen und Mythen nachhaltig erlebbar zu machen. Farbig satte intensive Flächen, in die des öfteren auch glänzende Papiere mit einbezogen werden, stehen dabei neben zarten Bleistiftzeichnungen, Überklebungen von leicht geknittert strukturierte n und übermalten Flächen, neben dem glatten, zum Teil überzeichneten Grund. Doch letztlich verbindet sich alles miteinander zu einer disharmonisch poetischen Einheit, zum lustvollen "Spiel am Abrund".
Brigitte Rieger Jähner - Museum Junge Kunst, Frankfurt (Oder)
Spiegelportrait mit Schatten | 2009 | Photografie | 55 x 85 cm
Der Berliner Fotograf Josep Kerscher, der von 1991- 1996 an der Berliner Universität der Künste bei Shimon Attie und Dieter Appelt studierte, bezeichnet seine in der Einzelausstellung gezeigte fotografische Serie auch als "Engramme". Als Engramme bezeichnet man die im zentralen Nervensystem hinterlassene Spur eines Reiz- und Erlebniseindrucks, die dessen Reproduktion zu einem späteren Zeitpunkt möglich macht. Dargestellt werden ausschließlich einzelne Körper oder Köpfe im Raum. Während des Aufnahmeprozesses befindet sich die abgelichtete Figur in permanenter Bewegung. Die Kamera ist dabei zwischen 10 und 40 Sekunden lang geöffnet. Dadurch werden die einzelnen Bewegungsphasen auf dem Bild übereinander projiziert. Infolgedessen verliert die dargestellte Bewegung ihre Kontinuität; das oberflächliche Abbild wird aufgelöst und ist kein organisches, unversehrtes Ganzes mehr. Durch die Präsenz der Figur wird der sie umgebende Raum mit Spannung aufgeladen und erkennbar. Die Aufnahmen versuchen den Ausgleich zwischen der unkontrollierten Bewegung und der Sachlichkeit des Raumes. Bisweilen funktioniert der Raum als Falle: Die multiplen Realitäten der bewegten Figur verfangen sich im Raum, die Falle schnappt zu, und der Zufall ist perfekt.
Strassenmuskelmann | 2008/2009 | Öl auf Leinwand | 150x180 cm
ie Einzelausstellung "Auswärtiges" von Michael Ramsauer versammelt jüngste Arbeiten, die unter anderem in den ersten Monaten diese Jahres in dem "artist-in-residence-Atelier" des Auswärtigen Amtes über den Dächern von Berlin entstanden sind. Neben seiner Beschäftigung in Genres Landschaft, Stillleben oder Figurenbild, die ihm in der klassischen Tradition immer auch als künstlerische Vergewisserung dienen - treten seit 2006 im parallel entstehenden Werk furios gemalte Städtebilder, die die Gegenwart der Metropolen ins Bild holen. Diese Entwicklung ist maßgeblich durch die Aufenthalte unter anderem in Seoul/Korea und - seit Bezug seines Berliner Ateliers - durch die Erfahrungen in der sich zur Metropolen entwickelnden Hauptstadt Berlin beeinflusst. "Wenn Ramsauer nach dem Prinzip Stadt forscht, steht alles farbgesättigt vor Augen und muss nicht mehr erklärt werden. Hier setzt einer auf Farbe statt auf Zeigefinger ins Nichts. Das Metropolitane fügt und lockert die Gesellschaft, vervielfältigt ihre Verknüpfungen und Abgrenzungen, beschleunigt den Kreislauf von Auflösung und Komprimierung. An diesem Prinzip scheiden sich die Geister. Dem Konservativen ist unwohl in einer Welt, in der nicht alles am Platz bleibt. Ramsauer dagegen malt Stadt als Möglichkeitsraum - auch ästhetisch."
Christoph Tannert, Direktor Künstlerhaus Bethanien, Berlin
am Vorabend des Frühjahr-Saisonstarts und dem GALLERY WEEKEND Berliner Galerien (1.-3. Mai 2009) laden wir Sie sehr herzlich in unsere neue Ausstellung der One-artist-shows
am Donnerstag, den 30. April 2009, 19.00 - 22.00 Uhr in unsere Galerieetage ein. Zur Eröffnung spricht Dr. Britta E. Buhlmann, Direktorin des Museum s Pfalzgalerie, Kaiserslautern. Die Künstler sind zur Eröffnung anwesend.
DAUER DER AUSTELLUNG: 1. Mai - 14. Juni 2009
BETTINA BLOHM - Malerei
BETTINA BLOHM | PARA | 2008 | Öl auf Leinwand, 76 x 152 cm
WERNER POKORNY - Skulpturen
WERNER POKORNY | WHEEL I-III | 2009 | Skulpturen (Khaja-Holz) | ca. je 95 x 100 x 17 cm
THOMAS KLEEMANN - Malerei
THOMAS KLEEMANN | ARCHIVBILD|2009. Mischtechnik auf Leinwand, 130 x 110 cm
GALLERY WEEKEND 2009 1. - 3. Mai 2009
Verlängerte Öffnungszeiten: 11.00 - 21.00 Uhr
Für alle drei gezeigten Künstler ist es die Erstpräsentation ihrer Arbeiten auf der exponierten Galerieetage Friedrichstraße 210 am Checkpoint Charlie.
Die Premierenausstellung BETTINA BLOHMS - die gerade von New York kommend ihr neues Berliner Atelier bezogen hat - zeigt ihr grundsätzliches malerisches Anliegen: die erfolgreiche Verschmelzung kontrastierender Stile zwischen Gegenständlichkeit und Nicht-Gegenständlichkeit, und dies mit einer harmonischen Leichtigkeit, die noch vor 20 Jahren undenkbar gewesen wäre.
Im Dialog mit den Holz- und Cortenstahl-Skulpturen des Bildhauers WERNER POKORNY ergibt sich hier eine ideale Verbindung. Pokorny ist eine der profiliertesten Bildhauerpositionen in Deutschland und stellt in diesem Umfang erstmalig in Berlin aus.
Eine individuelle Malsprache und hohe kompositionelle Qualität zeichnen die Bilder des Berliner Künstlers THOMAS KLEEMANN aus, der nach vielen Jahren erstmalig wieder in Berlin gezeigt wird und das Triumvirat der Ausstellung komplettiert.
ERÖFFNUNG OPENING Freitag 20. März 2009 19.00-22.00 Uhr
One Artist-Shows Sebastian Heiner Studio Beijing Malerei Florian Pelka Die sieben Todsünden Malerei Herbert Mehler On Location Neue Skulpturen
DAUER | EXHIBITIONTIME: 21. März - 25. April 2009 ÖFFNUNGSZEITEN | OPENING HOURS: DI - SA 12.00-18.00 UHR
Zur Eröffnung spricht Dr. Hansdieter Erbsmehl | Die Künstler sind zur Eröffnung anwesend
IM KABINETT: Ariane Boss das kleine Format Malerei
SEBASTIAN HEINER STUDIO BEIJING MALEREI
Heavens Society | 2008 | Öl auf Leinwand, 200 x 400 cm
Die farbenprächtigen Gemälde, die unter dem Titel „Studio Beijing“ ausgestellt sind, hat Sebastian Heiner in seinem Atelier in Peking gemalt. Dort hatte der Berliner Künstler in den vergangenen Jahren seine vorrangige Arbeitsstätte, dort entstanden die eruptiven, sprühenden Farbfeuerwerke aus heftigen Pinselstrichen und tachistisch aufgeklatschten Farbmassen.
Auch wenn die Bilder frei aus dem Malakt hervorgekommen sind, so liegen ihnen doch stets genaue Beobachtungen zugrunde. Vor allem die Aufführungen traditioneller chinesischer Schattenspiele, deren Figuren durch besonders große künstlerische Übertreibung sowie Deformationen und starke Farbenkontraste gekennzeichnet sind, haben es Sebastian Heiner ebenso angetan wie die folkloristische Farbgebung von Kostümen der fernöstlichen Bühnenkunst.
Körperliche Energien entfalteten sich auch im malerischen Nachvollzug eines modernen westlichen Tanztheaters, dessen Bewegungsabläufe aus der festen Form ausbrechen. Die nach der Rückkehr entstandenen Bilder sind durchzogen von rhythmischer Bewegung und amorpher Ruhelosigkeit, die im Gegensatz steht zu den zehn Jahre zuvor gemalten apokalyptischen Berlinbildern, die sich in der schönen Kunst der Katastrophe und des Untergangs ergingen.
FLORIAN PELKA DIE SIEBEN TODSÜNDEN MALEREI
Widderfrau | 2009 | Öl auf Leinwand | 100 x 120 cm
Im Zentrum der Ausstellung steht der gemalte Zyklus „Die sieben Todsünden“. Bei Florian Pelka gerät die christliche Androhung der Höllenstrafe zu einer geradezu grotesken Abfolge von Bildern, einem Comix im besten Sinne des Wortes. Dabei ist jedes Bild bis ins letzte Detail kalkuliert malerisch und farbphysikalisch begründbar. Wenn dabei das Vorbild von Matthias Grünewalds Isenheimer Altar durchscheint, so hat Pelka das eigentliche katholische Thema des strafenden Terrors doch profaniert und in die moderne Lebenswelt transponiert. Grotesk reflektiert er den Status der Kunst und des Künstler im heutigen Konsum- und Medienzeitalter, in dem die Überflutung mit Reizen in einen apokalyptisch-psychedelischen Terror auszuarten scheint.
Doch wie stets in Pelkas Malerei ist alles symbolisch und narrativ zugleich. Der kitschig-artifizielle Farbterror und der obsessiv-schrille Jahrmarkt der Eitelkeiten werden mit höhnischer Ironie gebrochen. Zum flirrend phantastischen Farbspiel der Sieben Todsünden gesellen sich weitere, teils chimärenhafte Gestalten, teils fetischartige Erscheinungen, die ihre Entstehung dem Abtauchen des Malers in traumhafte Welten und seinem Verstecken und Verdecken in den imaginierten Indianerwelten seiner Kindheit verdanken.
HERBERT MEHLER ON LOCATION NEUE SKULPTUREN
WV 749 | 2008 Corten-Stahl, 240 x 77 x 77 cm
Herbert Mehler setzt die 2006 begonnene Werkreihe der Kavex-Skulpturen fort. Die aus Corten-Stahl geschweißten Arbeiten scheinen sich an Kunstformen der Natur zu orientieren. Die Gestaltfindung der sich zentrifugal um einen runden Kern anordnenden Metallrippungen oder –faltungen ist jedoch völlig autonom. In ihrer frappierend vielfältigen Abfolge von konkaven und konvexen Formen erscheinen die Skulpturen spielerisch und leicht.
Das steht im Gegensatz zur harten Materialität des Stahls und zum handfesten Entstehungsprozess mit Schweißbrenner und anderen technischen Geräten. In unterschiedlichen Lichtverhältnissen erscheinen die samtigen Oberflächen, die Herbert Mehler in einem eigens entwickelten Prozess präpariert und der verwitternden Oxidation aussetzt, von dunkelbraun bis leuchtend gelb-orange. Diese Farbnuancierungen und das stets wechselnde Spiel von Licht und Schatten camoufflieren den harten industriellen Werkstoff. Unterschiedliche örtliche Rahmenbedingungen ermöglichen – sozusagen „in situ“ oder „on location“ – eine weite ästhetische Bandbreite von kontemplativer Versenkung bis zum „interesselosen Anschauen“ des Naturschönen im klassischen Sinn.
IM KABINETT ARIANE BOSS das kleine format MALEREI
"Goldelse, umschwärmt" 40x50 cm, Öl und Acryl auf Leinwand, 2008
Ihre Gemälde erinnern zuweilen an einen der größten Maler des 20. Jahrhunderts, der zunächst nur unter Künstlern bekannt war und erst spät zum Publikumsliebling avancierte: Henri Rousseau. Die Druckgraphik, die Ariane Boss als ihr wichtigstes künstlerisches Ausdrucksmittel gewählt hat, gemahnt dagegen an die deutschen Expressionisten.
Die Bilder sind nicht als Wiedergabe von Wirklichkeit zu verstehen, sondern als poetische Chiffren einer von Technik und Mobilität durchwucherten Natur und als Aufzeichnungen surrealer Träume. Ins Auge springt die Faszination der Künstlerin mit einer symbolischen Zoologie, die in der Mythologie und in irrealen Traumwelten angesiedelt ist. So gibt es neben weiblichen Centauren auch immer wieder Zebras, denen die schwarz-weiße Streifenzeichnung in der Natur zur Tarnung dient, was ihnen in den Holzschnitten von Ariane Boss eine umso größere Wirkung verschafft.