Aktuelle Ausstellungen

Garff_Pelka_web.jpg

Barbarossa__.jpg

Abb. FLORIAN PELKA "Barbarossa" - 2017 - Öl auf Leinwand - 200 x 250 cm

 

Über FLORIAN PELKA

Die neuen großformatigen Bilder von Florian Pelka, 2017/18 entstanden, leben ganz aus der Spezifik des Additiven. Man schaut sie gern an, weil man sich traumwandlerisch in ihnen verlieren kann. Sie tragen romantische Titel wie z.B. „Stirb und werde“ (nach der berühmten Sentenz Goethes), „In Schönheit sterben“ oder „Im Mondschein“. Manchmal mobilisieren sie ihr surreales bis sarkastisches Potential, etwa in „Barbarossa“, „Tapirkönigin“, „Terpentin“ und „Flieger“. Ihre Kräfte strömen subkutan, aber immer versiert farbbestimmt. Pelka denkt ganz aus und mit der Farbe.

Einige hintersinnig in Tierfiguren eingekleideten Welt- und Bilderfahrungen thematisieren die tiefen Widersprüche im Verhältnis zwischen Mensch und Tier, Intelligenz und Empirie. Eine Reihe von Frauenporträts („Apollonia“, „Medea“, „Nyx“, „Hekate“) verneigen sich vor dem Typus der archaischen Königin. Pelkas Werke sind komplexe Systeme, in denen die Diversität der Elemente bildbestimmend ist und dynamisierend wirkt. Jedes Bild pulsiert als produktive Kombinationen von Abstraktem mit Figürlichem mit Ornamentalem. Alles steht mit allem in einem reichhaltigen Energie- und Stoffaustausch. Daraus folgt etwas, wofür ich den Begriff „Multistabilität“ verwenden möchte, ein Terminus, wie er in den „Nichtlinearen Wissenschaften“ Anwendung findet.

Auf den ersten Blick wird man sich vielleicht verwirren lassen durch ein gewisses Chaos, in dem die einzelnen Bildcluster zueinander in Beziehung treten. Aber es handelt sich diesbezüglich nur um eine scheinbare Strukturlosigkeit. Letztendlich hat der Maler alle Einzelheiten nach dem Maß des Wohlbestimmten bzw. der Schönheit geordnet. „Multistabil“ zu sein bedeutet für die im Spiel befindlichen Bildeinheiten, dass sie in ihrem Zueinander im Verlauf der Interpretation durch das Publikum diverse unterschiedliche Deutungsmöglichkeiten provozieren, je nachdem, wie man ihre Ausgangslage beschreibt. Florian Pelka spricht in diesem Zusammenhang selbst von „open source“ und vergleicht seine spezifische Art der Komposition mit einem Quelltext im Bereich der Software, der öffentlich verfasst, genutzt, geändert und fortgeschrieben werden kann. (Christoph Tannert) 

 

 Matthias-Garff_03_1.jpg

Abb. MATTHIAS GARFF - "Blaumeise" - 2017 - Holz, Kunsstoff, Gewebe, Löffel, Farbe - 165 x 70 x 190 cm

 

Über MATTHIAS GARFF

Von fliegenden Hummeln über Darstellungen von Vögeln und überlebensgroßen Primaten bis hin zu einer ausgestorbenen Urform des Menschen, dem Homo erectus, reicht der Figurenkosmos von Matthias Garff. Sein Interesse an Naturvorgängen und unseren tierischen Nachbarn begann schon in der Kindheit und bestimmt sein künstlerisches Werk.

Garff arbeitet an einer Menagerie der besonderen Art und reflektiert dabei das Verhältnis des Menschen zum Tier und zur Natur allgemein. Damit begibt er sich auf tief ausgetretene Pfade, denn das Tier als Motiv der Kunst findet sich seit den frühesten Bildäußerungen, wie den steinzeitlichen Höhlen von Altamira und Lascaux, in allen Epochen. Das Verhältnis des Menschen zum Tier wird von Zuschreibungen und Projektionen bestimmt. Wir schauen Tiere nicht nur wegen ihrer Schönheit oder Niedlichkeit an. Wir beobachten sie ohne sie durchschauen zu können und machen aus ihnen Ebenbilder oder Spiegel unserer Selbst. Diesen Phänomenen geht Matthias Garff nach.

Wenn er tierische Verhaltensweisen mit unterschiedlichen Charakteren verbindet und sie in der Materialität und Gestaltung verdeutlicht oder seine Figuren zu Gruppen formiert, die sozialen Gefügen gleichen, erinnern seine Arbeiten an Fabeln. Manche seiner Skulpturen geraten zu Mischwesen zwischen Tier und Mensch, wie der hoch aufragende Schimpanse aus der Serie Altweltaffen, der eher einer Schimpansenhülle gleicht, als der naturgetreuen Nachbildung des Tieres. Überhaupt ist Garff kaum an einer realistische Abbildung interessiert. Grob zusammengeschraubt, geklebt oder genagelt, lässt er seine Geschöpfe aus gefundenem Material entstehen, wobei er diesen Entstehungsprozess selbst nachvollziehbar macht und die jeweiligen Materialästhetik bewusst als Gestaltungsmittel nutzt. (Susanne Greinke)

 


Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok