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Abb. Marion Eichmann, Babylon, 2018,  Papierschnitte 126 x 186 cm

"Passagen der Welterkundung" - zu den Papierschnitten von MARION EICHMANN

Marion Eichmanns Arbeiten sind Passagen zu ihrer intensiven Welterkundung. Die krude Wirklichkeit ist Anlass und Springquell ihrer Bilder. Für die immer vertrackte Umsetzung des Wahrgenommenen hat sie ein komplexes Verfahren entwickelt, das Zeichnung, Schnitt, Collage und die Räumlichkeit des Reliefs zusammenbringt. Obsessiv und genau nähert sich Marion Eichmann ihrem Gegenstand. Dabei wird die Überfülle des Sichtbaren in detailreiches, filigranes, dynamisches Liniengerüst übersetzt und mit collagierten farbigen Elementen, mit Schnitten, Überlagerungen, Fundstücken akzentuiert oder konterkariert zu einen im Wortsinne vielschichtigen Seherlebnis. Die Fläche öffnet sich zum Raum, die räumlichen Details verweben sich mit der Fläche, eins ist im Anderen, ist eine Bühne für die unausschöpfliche Fülle der Dinge, für ihr merkwürdiges Eigenleben und ihre Vitalität. Konstruktion und Intuition, Opulenz und Strenge, Chaos und Ordnung spielen in den Papierschnitten leichtfüßig ineinander.

Die urbane Ikonographie, ihre Banalität und Schönheit wird in den Berliner Fassaden, den Automaten, den merkwürdigen visuellen Fundstücken übertragen in Strukturen die in der Zeichnung, im Einsatz der farbigen Papiere, in ihrer rhythmischen Komposition den Sound der Stadt in ein oszillierendes, turbulentes Gefüge bringen - gerade durch ihr präzises zeichnerisches Gerüst hindurch: Ein irritierendes Spiel mit der Wahrnehmung – und ihren Grenzen. Souverän balanciert Marion Eichmann in ihren Arbeiten Reduktion und Fülle, ein Neben- und Miteinander, Unüberschaubarkeit und Begrenzung, 

Außen und Innen, die genaueste Aufnahme des Gesehenen und die Transformation in ein poetisches, persönliches Universum. In aller Gegenwärtigkeit werden die Collagen zu Wahrnehmungsmodellen, die in ihrer bewegenden und beweglichen Struktur die nicht zähmbare Potentialität des Sichtbaren verwandelnd erspielen. Alles spielt mit in diesen pulsierenden Rissen, kein Detail der städtischen Szenerie ist zu gering, um nicht seine Stimme in das Konzert einzubringen.

Mit Neugier und Phantasie zeichnet und schneidet Marion Eichmann an der Welt des Sichtbaren entlang und jede ihrer Arbeiten ist die Einladung in einen Bildraum, in dem das älteste und andauerndste Glücksfluidum fließt: Aufmerksamkeit. 

Dr. Dorothée Bauerle-Willert

 

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 Abb. Marion Eichmann, Passage, 2018, Papierschnitte 126 x 184 cm


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