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Gallery Weekend Berliner Galerien PDF  | Print |  E-mail
Sehr geehrte Damen und Herren,

am Vorabend des Frühjahr-Saisonstarts und dem GALLERY WEEKEND Berliner Galerien (1.-3. Mai 2009) laden wir Sie sehr herzlich in unsere neue Ausstellung der One-artist-shows

am Donnerstag, den 30. April 2009,  19.00 - 22.00 Uhr in unsere Galerieetage ein.
Zur Eröffnung spricht Dr. Britta E. Buhlmann, Direktorin des Museum s Pfalzgalerie, Kaiserslautern.
Die Künstler sind zur Eröffnung anwesend.

DAUER DER AUSTELLUNG:   1. Mai - 14. Juni 2009


BETTINA BLOHM   -   Malerei

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BETTINA BLOHM | PARA | 2008 | Öl auf Leinwand, 76 x 152 cm


WERNER POKORNY   -   Skulpturen

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WERNER POKORNY | WHEEL I-III | 2009 | Skulpturen (Khaja-Holz) | ca. je 95 x 100 x 17 cm



THOMAS KLEEMANN    -    Malerei

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THOMAS KLEEMANN | ARCHIVBILD|2009. Mischtechnik auf Leinwand, 130 x 110 cm


GALLERY WEEKEND 2009    1. - 3. Mai 2009

Verlängerte Öffnungszeiten:    11.00 - 21.00 Uhr



Für alle drei gezeigten Künstler ist es die Erstpräsentation ihrer Arbeiten auf der exponierten Galerieetage Friedrichstraße 210 am Checkpoint Charlie.

Die Premierenausstellung BETTINA BLOHMS  -  die gerade von New York kommend ihr neues Berliner Atelier bezogen hat - zeigt ihr grundsätzliches malerisches Anliegen: die erfolgreiche Verschmelzung kontrastierender Stile zwischen Gegenständlichkeit und Nicht-Gegenständlichkeit, und dies mit einer harmonischen Leichtigkeit, die noch vor 20 Jahren undenkbar gewesen wäre.

Im Dialog mit den Holz- und Cortenstahl-Skulpturen des Bildhauers WERNER POKORNY ergibt sich hier eine ideale Verbindung. Pokorny ist eine der profiliertesten Bildhauerpositionen in Deutschland und stellt in diesem Umfang erstmalig in Berlin aus.

Eine individuelle Malsprache und hohe kompositionelle Qualität zeichnen die Bilder des Berliner Künstlers THOMAS KLEEMANN aus, der nach vielen Jahren erstmalig wieder in Berlin gezeigt wird und das Triumvirat der Ausstellung komplettiert.
BETTINA BLOHM geb. 1961 in Hamburg

Die in Deutschland geborene und ausgebildete Malerin Bettina Blohm lebt seit 25 Jahren in New York. Die Stadt darf wegen ihrer langen Beziehung zum abstrakten Expressionismus in mancher Hinsicht als Ausgangspunkt ihrer Gemälde mit deren brillanter Farbgebung und brillanter Ausführung gelten. Im Gegensatz zu vielen Vertretern zeitgenössischer Kunst, die das Konzeptionelle sogar in der Sprache der Abstraktion betonen, prägt das malerische Werk von Bettina Blohm eine emotionale Komponente. Und tatsächlich: Das Gefühl liegt in ihrer Kunst nur knapp unter der Oberfläche und dies vermittelt eine neue, unabhängige Sicht auf die Entwicklungen in der Malerei, wie wir sie in den letzten Jahren beobachtet haben. Auch wenn die Künstlerin als der traditionellen Praxis verpflichtet erscheint, so ist sie doch gleichzeitig von einer Schaffenskraft, die aus dem aktuellen Diskurs der Abstraktion schöpft. Selbst dort jedoch begegnet sie uns in einer Eigenständigkeit und Kühnheit, die auch von ihrer Entschlossenheit herrührt,
ganz sie selbst zu bleiben. Jonathan Goodman (2009)

Durch schrittweise und vielfache Übereinanderlagerung immer neuer Farbschichten erlangt ihre Malerei eine leuchtende Dichte und Intensität. Somit bietet die reale Landschaft sowohl für ihre Malerei als auch für ihre Papierarbeiten zwar den Anlass, nicht aber den eigentlichen Grund für die, mal mit zartem Strich, mal mit intensiver Geste formulierten Bilder. In der Schwebe zwischen Gegenstand und Abstraktion, zwischen Raum und Fläche, zielen Blohms Arbeiten nicht auf eine Übersetzung der vorhandenen Landschaft in ein Bild, sondern auf die bildhafte Neuerfindung von Welt. Städtische Galerie, Waldkraiburg (2002)

Blohms Landschaften vereinen in sich das Paradox, zugleich distanziert und unmittelbar zu sein.Diese Landschaften in ihrer formelhaften Reduktion sind aber weniger als Metaphern für Landschaft zu verstehen sondern sind eher assoziative Seelenlandschaften; Orte, in die man beim Betrachten hineingezogen wird, und zwar in dem Maße, in dem die Stimmungslage des Betrachters ein Echo des eigenen Befindens im Bild ausmacht. Angela M. Opel (2002)

Die Farbigkeit ihrer Bilder sieht sie in der Nachfolge von Henri Matisse; ihrem Stil nach ist sie eine späte Schülerin von Hans Hofmann und den abstrakten Expressionisten. (…) In Bettina Blohms Gemälden verbinden sich Empfindungen und Natureindruck zu kraftvollen, farbenfrohen Kompositionen, die zu vielfältigen Dialogen einladen.Pfalzgalerie Kaiserslautern/Moritzburg Halle (2001)



WERNER POKORNY geb. 1949 in Mosbach

Einfach vertraut wirken die Skulpturen des Bildhauers Werner Pokorny. Elementare Formen wie das Haus, die Leiter, Kugel oder Schale, um die wichtigsten zu nennen, bewahren auch in unterschiedlichsten Konstellationen ihren ursprünglichen Charakter. Doch so selbstverständlich die Form sich nach außen gibt, so greifbar uns das Objekt und so bekannt uns die Chiffre erscheint, so eindeutig entziehen sich beide Ebenen einer Festlegung. Das immer wiederkehrende dialogische Prinzip des Außen und Innen, das stete Miteineinander von Offenheit und Geschlossenheit, Stabilität und Labilität, findet seine Entsprechung in der Wahrnehmung durch den Rezipienten. Kaum haben wir eine Form erfasst, entzieht sie sich einer Vereinnahmung und unser Blick wird auf die innere oder äußere, ursprüngliche oder jetzige und nicht zuletzt eine gegenläufige Gestalt gelenkt, mit der die zuerst gesehene existentiell verknüpft ist. Noch während wir die Form als Ganzes zu begreifen glauben, ist sie auch schon wieder entwichen und wir folgen
einzelnen Spuren, die uns den Weg zurück entlang der faserigen Flächen wiederum hin zur Skulptur als autonomem Werk weisen. Idee und Metapher einen sich zur greifbaren Form, die sich doch subjektiv erleben lässt. Der vermeintlichen Klarheit antwortet Verunsicherung. Fast glaubt man, einer zur skulpturalen Form verdichteten, konkreten Utopie gegenüber zu stehen. Birgit Möckel (2002)

Innerhalb der Entwicklung des ikonographischen Repertoires des Künstlers lässt sich mit den schwarzen Skulpturen eine veränderte plastische Haltung beobachten: Die variierte, immer massive, stehende Vasenform wird zum tragenden Grundmuster. Den oberen Abschluss bildet ein relativ kleines, draufgesetztes Haus. Lässt man die anthropomorphe Deutung der Vase als metaphorische Menschengestalt zu, ist sie in Form des Hauses „gekrönt“ oder mit einem „Kopf“ versehen. (…) Die durchlässige, plastische Öffnung der Formen und das immer wieder neu formulierte Potential der Bewegung entlang von plastischen, geschwungenen Linien, durch ein subtil ausbalanciertes Gleichgewicht, das jederzeit zu kippen droht … – all die dynamischen Momente der vorausgehenden Arbeiten Werner Pokornys sind jedoch zurückgenommen in einem statischen Konzept, in einer ruhigen, erhabenen Haltung der Skulptur. (…) In der erhabenen Stille, in dem Schweigen der Skulpturen, in der schwarz patinierten Haut, wo Licht auf Dunkelheit stößt, nahezu ganz
absorbiert wird, da manifestiert sich das Geheimnis der Skulptur. Es entwickelt sich die eigenartige Anziehungskraft durch etwas, das sich verschließt. Das ist die Wirkung und Schönheit der Stille, die der Überheblichkeit des Blicks widersteht, der Vorgeblichkeit, klar zu sehen, zu erkennen und zu verstehen – eben eine andere Bedeutung der in sich ruhenden, hieratischen schwarzen Skulpturen. Werner Meyer (2005)

Bei den Stahlskulpturen verfolgte Werner Pokorny zunächst zwei sehr unterschiedliche Vorgehensweisen. Zum einen entstanden Werke, deren Formen er mit dem Schneidbrenner aus Stahlplatten herausgeschnitten hat, zum anderen Arbeiten, die er aus Cortenstahlblechen als „Hohlkörperskulpturen“ aufbaut, die durch die Präzision der Verarbeitung aber den Eindruck von massiven Stahlplastiken vermitteln. Die Skulpturen werden aus Blechstreifen mit höchster technischer Perfektion so aufgebaut, dass der Eindruck geschlossener Körper entsteht, deren ästhetische Wirkung neben der formalen Ausführung auch entscheidend durch den rostroten Farbton des oxydierten Stahls mitbestimmt wird. Manfred Fath (2007)



THOMAS KLEEMANN geb. 1954 in Geesthacht

Das Erste, was beim Betrachten der Bilder Thomas Kleemanns ins Auge fällt, ist ein breiter, schraffurhafter Pinselstrich. Quastenartig, pastos, bestehend aus satter Binderfarbmasse und überkrönt mit Siliziumasche, ergibt er eine reliefartige, mit allen Schattierungen zwischen Schwarz und Weiß spielende Architektur. Diese Grundstrukturen und ihre Grauvarianten sind die Basis für eine faszinierende Impression von Tiefe; sie imaginieren dreidimensionale Räumlichkeit in der Fläche des Bildträgers – so plastisch und so intensiv, dass der Blick des Betrachters buchstäblich in die Tiefe der Räume eingesogen wird. Trotz der Plastizität des Farbauftrags bleiben die Bilder durchsichtig, sind sie vielschichtig, erscheinen sie spielerisch. Durch die Zufügung von selten mehr als einer leuchtkräftigen Farbe – lichtdurchflutetes Gelb, strahlendes Kobaltblau, glutvolles Rot-Orange, irdene Brauntöne – entstehen verrätselte Farb- und Lichträume: weder real noch virtuell, vielmehr imaginative Räume, die auf geheimnisvolle Weise im spontanen Malakt aus der Intuition des Künstlers entstehen. (…) Wer will, wer seinem konventionellen Auge folgt und Bildtiteln traut, sieht in den Bildern Bücher, Avenuen, Häuser, Hangars, Bahnhöfe, Fenster, flaches Land. Eine solche Wahrnehmung ist zulässig, verengt aber doch den Blick und wird der Malerei nicht gerecht. Kleemanns Bilder sind eben keine Abbilder, haben keine realen Objekte im Sinn. Sie sind ebenso wenig realistisch wie abstrakt, vielmehr sind sie reine Produkte seines malerischkompositionellen Wollens und Könnens. Anders gesagt: Diese Bilder, die in keine Stil- und Richtungsschublade passen, können getrost als transversale Malerei betrachtet werden.Björn Engholm (2005)

Thomas Kleemann spielt in seiner Malerei mit den Sehgewohnheiten des Betrachters. In seinen Landschaften und Stillleben korrespondieren abstrakte, farblich schattierungsreich gestaltete Partien mit einem Realismus, der die Motive fast plastisch wiedergibt. Die Farben erhalten durch gemalte Licht- und Schatteneffekte eine solche Räumlichkeit, dass die so gestalteten Bildelemente greifbar zu werden scheinen. Ostholstein-Museum, Eutin (2005)

Der Maler Kleemann kennt zwei Wirklichkeiten: Farben und die sie tragende Fläche. Sein Farbmaterial ist vielstimmig: Acryl, Lacke, Pigmente, Siliziumasche werden addiert, werden nebeneinander gesetzt, bis am Ende ein homogenes Erscheinungsspektrum erreicht ist von stumpfen bis glasstaubhart schillernden Flächenwerten. Bildträger sind Papier, Leinwand, PVCFolie. Der Maler trägt Farbe an, schleift ab, wäscht aus, fixiert ein zweites Mal. Pigmente werden teils angemischt, teils trocken aufgetragen. Ergebnis: Deckendes starkfarbiges Übereinander, sickernde palimpsestartig diffuse Felder. Durchaus entgegen gesetzte Malweisen produzieren ein Bild. Die letzten die Bilderscheinung sichernden Züge sind aus einem Guss, sind entschieden gesetzt – Kleemann kommt ohne kläubelnde Korrektur aus.Hermann Wiesler (1999)


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